Außenklasse der Johann-Peter-Hebel Schule
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Entwicklungsbericht der Außenklasse Nendingen
Vorbemerkungen: Das vergangene Schuljahr war gekennzeichnet von einer relativ großen Fluktuation. Zum neuen Schuljahr verließ ein Schüler die Außenklasse und wechselte in die Förderschule. Ein Mädchen kam aus der Stammschule an die Außenklasse Nendingen und ein Mädchen aus einer Förderklasse wechselte in die bestehende Klasse, eine weitere Schülerin wechselte Mitte des Schuljahres. Ein Junge verließ die Außenklasse umzugsbedingt. Somit setzte sich die Außenklasse aus 6 Mitgliedern (im zweiten Halbjahr 3 Schüler und 3 Schülerinnen) zusammen. Da auch in der Kooperationsklasse der Grundschule Veränderungen in der Klassenzusammensetzung anstanden, wurde der sich verändernden Schülerschaft weniger Bedeutung beigemessen und hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Kooperation. Sie war Teil der Normalität innerhalb des Schullebens. Für die Schülerin aus der Stammschule ergab sich ein deutlich erhöhter Betreuungsaufwand, den es, neben der Eingliederung der Förderschülerinnen, auch in den Kooperationsvorbereitungen durchgehend personell zu berücksichtigen galt.
Darstellung der Gesamtsituation: Der Schwerpunkt der Kooperation gestaltete sich auch in diesem Schuljahr mit der Grundschulklasse von Frau Woerner, wobei diese Grundschulklasse nun als jahrgangs-übergreifende Klasse (JÜK 1/2 c) mit 21 Schülerinnen und Schülern geführt wurde. 5 Erstklässler waren in die Kooperationsklasse eingeschult worden. Neben der anfänglichen Unsicherheit im Schulalltag wiesen die Erstklässler häufig eine deutlich geringere Körpergröße auf, was bei Aktivitäten im Schulalltag auch von den (lebhaften) Schülern der Außenklasse berücksichtigt werden musste. Die Festlegung der Kooperationsfächer fand im gesamten Klassenstufenteam JÜK1/2 statt, weil die Lerngruppenbildung dort klassenübergreifend erfolgte, wo die Einführungsstunden auf den Jahrgang bezogen erteilt wurden. Regelmäßiger gemeinsamer Unterricht fand statt in den Fächern Deutsch (Buchstaben-einführung (Erstklässler und Differenzierungsgruppe 2 der Außenklasse), Mathematik (Erstklässler und Differenzierungsgruppe 1 der Außenklasse), Fächerverbund Bewegung, Sport und Spiel und Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur (gesamte Außenklasse). An der Planung des Unterrichtes waren drei JÜK 1/2 Klassen beteiligt und die Außenklasse dort, wo gemeinsamer Unterricht oder außerunterrichtliche Veranstaltungen stattfanden. Wöchentliche Planungen des gemeinsamen Unterrichtes der Außenklasse mit der JÜK 1/2 c wurden regelmäßig durchgeführt, ebenso der Religionsunterricht und der Mathematikunterricht. Aufgrund der im 12. Kooperationsjahr mit der Außenklasse erworbenen Sicherheit im Umgang mit Schülern mit Behinderung übernahm die Sportlehrerin die Planung des gemeinsamen Unterrichtes. Der im Schuljahr 10/11 erforderlicher Vertretungsunterricht im Fach Sport wurde für die Kooperationsklassen auch von den Kolleginnen der Außenklasse übernommen.
Eine Übersicht über weitere kooperative Aktivitäten der Außenklasse Nendingen im Schuljahr 2010/2011 findet sich im Anhang!
Die Durchführung des gemeinsamen Unterrichtes erfolgte im Team der jeweiligen Grundschullehrerin mit einer oder zwei Kolleginnen der Außenklasse, im zweiten Schulhalbjahr ergänzt durch eine Referendarin der GHS Nendingen, die sehr aufgeschlossen und interessiert dem Kooperationsunterricht folgte und ihn mit gestaltete. Die Anzahl der beteiligten Lehrkräfte bestimmte die Vielfalt der Angebote oder die Größe der zu bildenden Teilgruppen im Unterricht. Zum Abschluss der zweijährigen Kooperation zieht Frau Woerner, Klassenlehrerin JÜK 1/2 c, folgendes Fazit: Die Erfahrungen während der Zeit der Kooperation mit der Außenklasse sind durchweg positiv zu beurteilen. Das Teamteaching und die gemeinsame Vorbereitung des Unterrichts gestaltete sich sehr bereichernd für alle am Unterricht Beteiligten. Die für die Außenklassenschüler erforderlichen, eher handlungsorientierten, anschaulich-praktischen Unterrichtssequenzen, erwiesen sich auch für die Grundschüler als Bereicherung, beispielsweise kann das für die Buchstabeneinführung unterstützend verwendete Handzeichensystem (Schwäbische Mund-Hand-System) der Außenklasse sehr gut im Deutschunterricht der Eingangsklassen weiter eingesetzt werden. Die Sozialkompetenz einzelner Grundschüler, die sich in der Zurückstellung eigener Wünsche oder in unerwarteter Rücksichtnahme und Fürsorge gegenüber den Schülern mit Behinderung äußerte, überraschte ebenso, wie die feststellbaren Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler aus der Außenklasse. In der gemeinsamen Reflexion des Unterrichts lieferten die jeweiligen Perspektiven der einzelnen Lehrerinnen wertvolle Ergänzungen, wobei die kollegialen Rückmeldungen innerhalb des Teams die Sichtweise auf den eigenen Unterricht positiv beeinflussen. . Die an der Kooperation beteiligten Lehrerinnen der Grundschule und der Außenklasse der JPHS sind bemüht, ihre gemeinsame Arbeit zu reflektieren, auszubauen und fortzuschreiben. Ermutigt durch den großen Erfolg der Kooperation im Unterrichtsfach Deutsch, wo es einigen Schülern der Außenklasse möglich war, dem Unterrichtstempo der Buchstabeneinführungen zu folgen und im ersten Unterrichtsjahr lesen zu lernen, sollte in diesem Schuljahr ein Teil des Mathematikunterrichts gemeinsam stattfinden (Erstklässler JÜK 1/2c mit Außenklasse Differenzierungsgruppe 1).
Nachstehend der Bericht der Grundschullehrerin Frau Ulmer zum
Mathematikunterricht Klasse 1 mit der Außenklasse: Der Mathematikunterricht an der Schule Nendingen ist in den Eingangsklassen sehr stark auf die Freiarbeit hin ausgerichtet. Daher findet in jeder Woche nur eine gemeinsame Einführungsstunde für alle Erstklässler einer Klasse oder auch für die beider Parallelklassen zusammen statt. In dieser Stunde werden grundlegende Einführungsstunden gegeben, die für die einen Kinder eine Wiederholung dessen darstellen, was sie schon in der Freiarbeit erarbeitet haben, für andere gibt sie den Weg vor, was sie sich in der kommenden Woche erarbeiten sollten. Diese Stunden waren bzw. sind sehr kompakt und inhaltsreich. Daher wurden sie aus der Kooperation mit der Außenklasse bisher immer herausgehalten.
Im vergangenen Schuljahr 2010/11 ergab sich aber die glückliche Situation, dass diese Einzelstunde mit den 5 Erstklässlern der jahrgangsübergreifenden Klasse 1c, der Kooperationsklasse, separat durchgeführt werden konnte. Dadurch ergab sich die Gelegenheit, einmal auszuprobieren, wie ein gemeinsamer Mathematik-Unterricht mit einigen Kindern der Außenklasse möglich sein könnte. Vereinbart wurde, das Experiment dann aufzuhören, wenn sich für die Kinder der Außenklasse eine Überforderung zeigen würde. Um es vorwegzunehmen: Der gemeinsame Unterricht konnte bis zum Ende des Schuljahres mit nur sehr wenigen Ausnahmen fortgesetzt werden. Der Mathematikunterricht in Klasse 1 wird sehr stark in Anlehnung an die Materialien Montessoris und an das Freiburger Rechenprogramm durchgeführt. Daher stehen den Kindern viele anschauliche und handlungsorientierte Anschauungsmittel zur Verfügung. Außerdem werden diese sehr häufig in anschauliche und emotionale Geschichten verpackt, die den Kindern den Zugang zu den mathematischen Denkmodellen erleichtern sollen. Es stellte sich bald heraus, dass von diesem Unterrichtskonzept auch die vier ausgewählten Kinder der Außenklasse sehr profitieren konnten. Den Inhalt der Einführung verstanden sie in der Regel zeitgleich mit den Kooperationskindern, die sich in der Stunde anschließende Eigentätigkeit, z. B. das Bearbeiten eines Arbeitsblattes gelang ihnen mit Unterstützung der Lehrkraft meist erfolgreich. Nur in wenigen Stunden wurde ihnen ein vereinfachtes Arbeitsblatt vorgelegt. Die weiterführenden Aufgaben, die die Grundschulkinder in der Regel als Hausaufgaben zu erledigen hatten, machten die Außenklassenkinder im Rahmen weiterer Mathematikstunden in ihrer Gruppe unter Anleitung der Außenklassenkollegin. Sie legte auch fest, welche Blätter weggelassen oder durch einfacher gestaltete ersetzt wurden. So konnten sich die Kinder der Außenklasse zeitgleich mit denen der Klasse 1 die Zahlen von 1 bis 20 erarbeiten, konnten einfache Additions- und Subtraktionsaufgaben mit ihren Anschauungsmitteln durchführen, konnten im Bereich der Geometrie Flächen und Körper benennen und ihr Eigenschaften erfassen, lernten kleinere Geldbeträge zu legen, führten Spiegelungen durch. Am Ende des Schuljahres erst zeigten sich dann immer deutlicher die Lernunterschiede, wenn es um reversibles und Struktur erkennendes Denken beim geschickten Rechnen ging, wenn immer mehr Aufgaben automatisiert sein sollten, wenn in Sachzusammenhängen eigene Lösungswege gesucht werden sollten. Ob und über welchen Zeitraum eine Fortsetzung dieses Versuches künftig möglich ist, hängt zum einen von den stundenplantechnischen Möglichkeiten ab, zum anderen scheint aber auch das sich steigernde Tempo des Mathematikunterrichts in Klasse 2 Grenzen aufzuzeigen, die allerdings für die Schüler der Außenklasse im kommenden Schuljahr innerhalb des Kooperationsunterrichtes erfasst und ausgelotet werden müssen.
Ihre größte Einschränkung erfährt die Kooperation der Außenklasse Nendingen mit der GHS Nendingen durch die unterschiedlichen Unterrichtszeiten beider Schülergruppen, die den Gestaltungsfreiraum für die gemeinsame Arbeit erheblich beschneiden. Die in den Entwicklungsberichten der Außenklasse seit vielen Jahren erhobene Forderung nach Angleichung der Unterrichtszeiten an die der Grundschule, später an die der Hauptschule, muss uneingeschränkt mit größtem Nachdruck erhoben werden. Erschwerend kommt hinzu, dass der über den Verkehrsknotenpunkt Stammschule geführte Schülertransport zu Verweilzeiten der Außenklassenschüler in der Stammschule führt, bei welchen die Schüler zwar beaufsichtigt, die unterrichtlich oder für die Entsprechung individueller Bedürfnisse jedoch nicht genutzt werden können. Dem gegenüber steht der Zeitdruck für Schüler und Außenklassenlehrerinnen, unter welchem pflegerische (z. B. Toilettentraining) und organisatorische Maßnahmen vor, nach oder zwischen den Kooperationsstunden durchgeführt werden müssen (z.B. die Kommunikation mit dem Elternhaus, die häufig nicht über Absprachen mit den Schülern erfolgen kann, sondern via Informationsheft durchgeführt wird, das Einsammeln des Essengeldes für den Schülermittagstisch etc.). Es schließt sich auch in diesem Entwicklungsbericht die dringende Bitte nach Prüfung der Möglichkeit zur Angleichung der Unterrichtszeiten der Außenklasse an die der GHS Nendingen an, verbunden mit dem Wunsch nach einem eigenständigen Schülertransport.
Schlussbemerkungen: In der Festlegung, Planung und Durchführung gemeinsamen Unterrichtes sind die beteiligten Kolleginnen der GHS Nendingen und der Außenklasse Nendingen ein bewährtes Team, Absprachen finden im vertrauten Rahmen statt. In den täglichen Anforderungen des schulischen Alltages findet die Kooperation vor Ort besondere Unterstützung durch den Schulleiter der GHS Nendingen, ebenso wie im Kollegium der Nendinger Schule, da die Außenklasse als integrierter Bestandteil der GHS in die gesamtschulische Planung einbezogen ist. Die Kolleginnen der Außenklasse beteiligten sich auch im vergangenen Schuljahr umfänglich am gesamten Schulleben, z.B. intensive Mitarbeit bei Verabschiedungen diverser Kollegen, bei den Vorbereitungen zum Adventsmarkt in Nendingen, bei sonstigen schulischen Veranstaltungen. Als Teil der Öffentlichkeitsarbeit wurden alle Anfragen zu Schülerpraktika positiv beantwortet und durchgeführt, ebenso wie Hospitationsanfragen von Referendarinnen/Praktikantinnen GHS, wenn sie nicht schon direkt in unsere Kooperationsarbeit eingebunden waren. Auch die Anfrage zu einem Sozialpraktikum für eine Hauptschülerin konnten wir bearbeiten, allerdings schien uns eine Weiterleitung an die Stammschule sinnvoller.
Nendingen, den 21. Oktober 2011
Für die GHS Nendingen: Für die Außenklasse Nendingen JPHS: I. Woerner E. Hofferer und L. Krapf |
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